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Nachtrag zu gestern:

Wir hatten gestern eine lange Unterhaltung mit unserem Guide über die Schreckenszeit der Roten Khmer hier in Kambodscha. Auf die Frage, wie lange diese denn gedauert hatte, kam die Antwort mit erschütternder Genauigkeit ohne Zögern, ohne Nachdenken: “3 Jahre, 8 Monate und 20 Tage!”

Wir haben lange mit uns gerungen, ob wir uns die sogenannten “killing fields”, bzw. eines davon – es gab ja viele, ansehen sollen oder nicht. Schließlich haben wir entschieden, es zu tun, da es ein wichtiger Teil der kambodschanischen Geschichte ist und so viele Menschen noch immer viel zu wenig davon wissen. Es ist wichtig, sich auch damit auseinanderzusetzen, auch wenn es schmerzt. Die grausigen Details werden wir Euch hier ersparen, die kann jeder selbst nachlesen, und auch über die komplizierten politischen Verhältnisse, die das alles erst möglich machten, werde ich mich nicht näher auslassen. Unsere Eindrücke möchte ich Euch aber nicht vorenthalten:

Ca. 40 Autominuten nach Phnom Penh biegen wir ab zu einem der “killing fields”, den Orten, an denen unzählige Menschen von den Roten Khmer brutal abgeschlachtet wurden. Man fährt dort auf einen Parkplatz und nach dem Eingang, der wirkt, als würde man einen Park betreten, sehen wir zuerst die Stupa. Sie sieht aus wie ein Teil eines friedlichen Tempels, beherbergt aber die Schädel und Knochen der fast 9000 Menschen, die aus 86 der insgesamt 129 Massengräber hier geborgen wurden.

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Die restlichen Gräber blieben unberührt, man hatte vor einigen Jahren beschlossen, den Toten ihre Ruhe zu lassen.

Manche Besucher hinterlassen bunte Armbänder an den Ausgrabungsstätten oder Gedenkschreinen als Andenken an die hier Getöteten.

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Überall geht man über Knochenreste und Kleiderfetzen, die aus dem Boden schauen.

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Es ist erschütternd! Nicht einmal Vögel lassen sich in den Bäumen hier nieder! Wir sind tief bewegt von dem grausamen Genozid, der hier passierte, von der Weltöffentlichkeit nahezu ausgeblendet, ignoriert und/oder vergessen.

Erkenntnis des gestrigen und heutigen Tages: “Manches würde man lieber gar nicht so genau wissen, aber es ist wichtig, die Augen nicht zu verschließen, auch wenn es einen nicht unmittelbar betrifft!”

Die Weiterfahrt gestaltet sich naturgemäß eher ruhig.

Kurz vor unserem Ziel Kep fahren wir dann noch dahin “wo der Pfeffer wächst” Zwinkerndes Smiley. Ja, wirklich! Wir besichtigen kurz eine Pfefferplantage.

Hier wird grüner Pfeffer angebaut, der dann zu schwarzem getrocknet wird. Roter Pfeffer ist ausgereifter grüner, und der weiße entsteht, wenn der rote gekocht und geschält wird.

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Der Chef der Plantage ist ein Deutscher, der sich vor 25 Jahren in Kambodscha niederließ. Seit 2 Jahren betreiben er und seine kambodschanische Frau hier ein florierendes Geschäft mit dem (angeblich) besten Pfeffer der Welt – “Kampot Pfeffer”.

Mit den beiden leben hier auch ein paar Hühnchen, die haben gerade Nachwuchs:

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Am liebsten hätte ich die kleinen Flauschbällchen allesamt mitgenommen Smiley.

Bevor wir im Hotel einchecken, zeigt uns unser Guide den Krabbenmarkt von Kep – direkt am Strand, fangfrische Ware!

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Ach ja, Bananen gibt es natürlich auch wieder – die waren in Indien schon soooooo gut, hier sind sie fast noch besser!

Morgen geht’s weiter nach Sihanoukville, wo wir ein paar Tage verbringen und den Strand genießen werden.

Dann wir auch endlich Zeit sein, ein paar Infos und Eindrücke zu Land und Leuten zu bringen. Vorab sei aber erwähnt, dass Organisation und Betreuung super sind und wir uns bestens “aufgehoben” fühlen. Die Guides sind freundlich, zuvorkommend und sehr kompetent, die Fahrten angenehm und sicher, die Hotels perfekt – danke an unseren Reiseveranstalter und Organisator der Rundreise, Hr. Eisele von bluebirdtravel.

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